1.3.2.1.2 Eigentums-und Einkommensverteilung Schwerpunkt Rentnerhaushalte

A Einkommensverteilung

Folgende Zahlen zeigen die Zahlbeträge an Renten: Rentenschichtung (die Bundeszentrale für politische Bildung schreibt zum Thema Rentenschichtung: “Einen differenzierteren Einblick über die Höhe der Renten gewinnt man, wenn aufgeschlüsselt wird, wie sich die Zahlbeträge der einzelnen Renten in ihrer Höhe verteilen: Wie hoch ist der Anteil der Renten, die als Niedrigrenten – wie immer man solche abgrenzt – anzusehen sind? Welche Bedeutung haben recht hohe Renten bei den Rentenzahlbeträgen?”) nach monatlichem Zahlbetrag am 31.12.2014, alte Bundesländer

a) alte Bundesländer

Rentenversicherung in Zahlen 2015 - Statistik der Deutschen Originaldokument Rentenversicherung, Stand: 12. Juni 2015, Seite 38 und 39, alte Bundesländer
#29 Rentenversicherung in Zahlen 2015 – Statistik der Deutschen Originaldokument Rentenversicherung, Stand: 12. Juni 2015, Seite 38 und 39, alte Bundesländer

b) neue Bundesländer

Rentenversicherung in Zahlen 2015 - Statistik der Deutschen Originaldokument Rentenversicherung, Stand: 12. Juni 2015, Seite 38 und 39, neue Bundesländer
#30 Rentenversicherung in Zahlen 2015 – Statistik der Deutschen Originaldokument Rentenversicherung, Stand: 12. Juni 2015, Seite 38 und 39, neue Bundesländer
Rentenversicherung in Zahlen 2016 - Deutsche Rentenversicherung - Rentenschichtung nach monatlichem Zahlbetrag am 31.12.2014, alte Bundesländer
#31 Ausschnitt zur eigenen Berechnung aus: Rentenversicherung in Zahlen 2016 – Deutsche Rentenversicherung – Rentenschichtung nach monatlichem Zahlbetrag am 31.12.2014, alte Bundesländer

Hier ist der Link zu dem offiziellen Zahlendokument (Link).

Schauen wir uns die Verteilung der Tabelle “alte Bundesländer” als Schaubild an; die Anzahl der Zahlungsempfänger je Auszahlbetrag ist hier angegeben:

Rentenversicherung in Zahlen 2016 - Deutsche Rentenversicherung - Rentenschichtung nach monatlichem Zahlbetrag am 31.12.2014, alte Bundesländer - Graph
#32 Rentenversicherung in Zahlen 2016 – Deutsche Rentenversicherung – Rentenschichtung nach monatlichem Zahlbetrag am 31.12.2014, alte Bundesländer – Graph

Das Ergebnis ist erschütternd: 56 Prozent, 11.381.458 Rentner, aller 19.996.188 Rentenbezieher, erhalten eine Rente von maximal 600 bis 750 Euro/Monat, im Mittel sind es effektiv 380 Euro/Monat. Das ist eine Armutsrente! Ist das das, was die Gesellschaft denen, die Deutschland aufgebaut haben, zugesteht? Über welche Daten reden wir immer, wenn insbesondere der Konflikt jung-alt gepusht wird? An die jungen Leute: ist eine Rente von maximal 600 bis 750 Euro/Monat, im Mittel sind es effektiv 380 Euro/Monat, zu viel, Ihren Eltern zuzugestehen?

Und folgendes Bild zeigt den Vergleich neue/alte Bundesländer, die prozentuale Häufigkeit je Zahlungsbetrag ist hier angegeben (Original pdf – siehe das Dokument der Deutschen Rentenversicherung):

Rentenversicherung in Zahlen 2015 - Statistik der Deutschen Rentenversicherung, Stand: 12. Juni 2015, Seite 38 und 39
#33 Eigene Darstellung zur Verteilung der Zahlbeträge aus: Rentenversicherung in Zahlen 2015 – Statistik der Deutschen Rentenversicherung, Stand: 12. Juni 2015, Seite 38 und 39

Hier die Daten von 2016:

Man sieht, 2014 zu 2016 keinen Unterschied.

Betrachten Sie folgendes Schaubild, das macht das Thema Altersarmut deutlicher:

Rentenauszahlungsbeträge im Jahre 2016; kumuliert; offizielle Daten

Schauen wir uns doch einmal an, ob die Regierung recht hat mit der Behauptung, noch nie sei es den Rentnern in Deutschland so gut gegangen:

Selbst wenn der Mindestrentenbetrag auf 1.000 Euro ansteigen würde, es würden immer noch 73% sozial Schwache übrig sein!

Hinweis: es geht nicht darum, eine Neiddebatte Ost/West zu eröffnen, es geht darum, die offiziellen Zahlen zu verdeutlichen:

  • die niedrigen Auszahlbeträge finden sich verstärkt in den alten Bundesländern
  • die höheren Auszahlbeträge finden sich verstärkt in den neuen Bundesländern (Ausnahme: die Auszahlungsklasse 1.500 Euro und höher).

In jedem Fall kann man sagen: sowohl bei den neuen als auch alten Bundesländern werden Renten gezahlt, die bereits heute unterhalb des Sozialniveaus sind. Damit ist das Thema Altersarmut bewiesen.

Die FAZ kommt im Jahre 2013 in der Bewertung zu folgendem Schluß: “Die Durchschnittsrente sagt wenig über den Rentnerwohlstand. Zwar liegt jede zweite Rente unter 700 Euro. Doch die Statistik ist verzerrt durch Selbständige, Hausfrauen und Beamte. Derzeit ist Altersarmut noch nicht verbreitet.” Ja, es ist richtig, dass in der obigen Statistik Selbständige und Beamte enthalten sind (Hausfrauen sind enthalten) und es völlig unklar ist,

  1. welche Vermögen Normalrentner haben und im Alter davon zehren und
  2. welche Vermögen Selbständige und Beamte haben und im Alter davon zehren.

Wenn wir uns vorstellen, dass in diesen Tabellen noch gar nicht die Millionen SPD- Niedrigverdiener enthalten sind, dann können wir uns den sozialen Sprengstoff der Zukunft vor Augen führen.

Diese Zahlen führen einen nachdenklichen Bundesbürger nicht zu der Haßdebatte bezüglich jener, die meinen, zu viel an Beiträgen zu zahlen, diese Zahlen verdeutlichen, dass den Politikern, die mit ihrer Wahl die Aufgabe gestellt bekamen, Dinge für Bürger sattelfest zu lösen, total versagt haben! Das System ist krank und an einem kranken System zu basteln, SPD und CDU, macht ein System nicht gesund.

Der Hauptfehler liegt meines Erachtens darin, dass unser heutiges Rentensystem ein Umverteilungssystem ist: heutige Einzahlungen werden für heutige Auszahlungen verwendet. Angesichts nicht nur der Altersentwicklung sondern auch der Entwicklung

  1. der durchschnittlichen Einkommens- Zahlbeträge und
  2. fortschreitenden Automatisierung mit immer weniger Menschen

ist ein solches Umverteilungssystem nicht haltbar. Die Differenzen werden in der Zukunft immer mehr von der Gesellschaft über die allgemeinen Steueraufkommen getragen.

Eine weitere Frage ergab sich im Forum talk50plus.de, wie die Rente der Frauen sind:

Rentenversicherung in Zahlen 2016 - BND_BR_611330_00, am 31.12.2015, Seiten 34 bis 37 Rentenzahlbeträge der laufenden Renten - Männer / Frauen
#39 Rentenversicherung in Zahlen 2016 – BND_BR_611330_00, am 31.12.2015, Seiten 34 bis 37 Rentenzahlbeträge der laufenden Renten – Männer / Frauen

Dramatisch sieht eine vertiefte Analyse Mann/Frau – Ost/West allein/als Paar aus:

Rentenversicherung in Zahlen 2016 - BND_BR_611330_00, am 31.12.2015, Seiten 34 bis 37 Rentenzahlbeträge der laufenden Renten - Männer - Frauen im Vergleich
#40 Rentenversicherung in Zahlen 2016 – BND_BR_611330_00, am 31.12.2015, Seiten 34 bis 37 Rentenzahlbeträge der laufenden Renten – Männer – Frauen im Vergleich

Was sagen uns die Tabellen (Hinweis: das sind die Zahlen)?

  • Männer in Ost/Westen erhalten fast dieselbe durchschnittliche Rente insgesamt, ca. 970 Euro/Monat
  • Frauen im Osten (im Durchschnitt 783 Euro/Monat) erhalten rund 24% höhere Rente als Frauen im Westen (im Durchschnitt 592 Euro/Monat); auf der Grundlage, dass die Lebenshaltungskosten im Osten deutlich geringer sind als im Westen, ergibt sich eine zusätzliche Ungleichheit Ost/West
  • die Renten der Frauen sind, wenn sie allein leben, im Bereich der Armutsgrenze, sowohl im Osten als auch im Westen
  • ein verheiratetes Paar mit durchschnittlicher Rente hat im Osten eine rund 12 Prozent höhere Rente als im Westen; eine unverheiratete Frau mit durchschnittlicher Rente hat im Osten eine rund 24 Prozent höhere Rente als im Westen.

B Eigentumsverteilung

Zunächst ist zu sagen, dass wir bei denjenigen, die im Ruhestand sind, unterscheiden müssen zwischen Rentnerhaushalten und Pensionshaushalten. Hier einen Überblick über die Zahlenwelt:

Geld-, Immobilienvermögen und Schulden privater Haushalte Rentner-Pensionäre am 1.1.2013 - Statistisches Bundesamt, Statistisches Jahrbuch 2015
#34 eigene Tabelle zur weiteren Berechnung aus: Geld-, Immobilienvermögen und Schulden privater Haushalte Rentner-Pensionäre am 1.1.2013 – Statistisches Bundesamt, Statistisches Jahrbuch 2015
  • Rentnerhaushalte sind am 1.1.2013 19.996.188 (rund 20 Mio), Pensionshaushalte sind am 1.1.2013 1.559.500 (rund 1,5 Mio). Auf 13 Rentnerhaushalte kommt 1 Pensionshaushalt.
  • 54 Prozent aller Rentnerhaushalte, 94 Prozent aller Pensionärshaushalte haben sich zu ihrem Vermögen geäußert (es liegt die Vermutung nahe, dass sich nur die geäußert haben, die ohne Scham ihre Daten mitteilen).
  • Die niedrigsten Rentnerhaushalte (bis 50%), die sich geäußert haben, haben ein mittleres Barvermögen von 9.020 Euro
  • Rund 4 Millionen von 21,5 Millionen Rentner- und Pensionärshaushalte sind Haushalte mit Lebensversicherungen
  • Rund 6,4 Millionen von 21,5 Millionen Rentner- und Pensionärshaushalte sind Haushalte mit Haus- und Grundbesitz
  • 26,4 Prozent aller Rentnerhaushalte und 70 Prozent aller Pensionärshaushalte haben Haushalte mit Haus- und Grundbesitz.

Auch hier zeigt sich: Deutschland ist gespalten. Hier der Reichtum und Sorglosigkeit von 25 Prozent der Bürger – dort die Altersarmut und Ängste für den nächsten Tag.

Bruttogeldvermögen je mittl. Vermögensbereich Rentner - Pensionäre - Statistisches Bundesamt, Statistisches Jahrbuch 2015 Graph
#35 eigenes Schaubild der Daten aus: Bruttogeldvermögen je mittl. Vermögensbereich Rentner – Pensionäre – Statistisches Bundesamt, Statistisches Jahrbuch 2015 Graph

Nochmals ist an der Stelle zu sagen: nur 54 Prozent aller Rentnerhaushalte haben sich zu ihrem Geldvermögen geäußert und sind in diese Statistik eingeflossen – aus diesen Daten lässt sich nicht die oft gehörte verallgemeinernden Aussage ableiten: Rentner sind reich.

Weitere Untersuchungen folgen

 

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