1.3.2.3 Alterung der Bevölkerung

Alterung der Bevölkerung in Deutschland ist eine Tatsache. Bereits seit Jahrzehnten reden wir darüber, dass zu wenige Kinder geboren werden. Die Antwort der Politik: Geldmittel. Was die Politik nach dem zweiten Weltkrieg versäumt hat, war das Umdenken des Wertes Kinder. Sicherlich trug Deutschland aus der Hitlerzeit eine familiäre Last mit sich: Kinder wurden vom Staat für die unmenschlichen Belange des Staates erzogen. Planetwissen.de beschreibt die Kindererziehung:

“Meine Pädagogik ist hart!” So formulierte Adolf Hitler seine Erziehungsideale. “Das Schwache muss weggehämmert werden. Es wird eine Jugend heranwachsen, vor der sich die Welt erschrecken wird. Eine gewalttätige, herrische, unerschrockene, grausame Jugend will ich …” Um diese Vorstellung von Pädagogik umzusetzen, wurden unter Hitler die Kindheit und die Jugend durchorganisiert und die Kinder von klein auf für den Kampf und für den Krieg erzogen.

Die Familien, deren Kinder zwangsweise in der HitlerJugend (HJ) und im Bund Deutscher Mädel (BDM) waren, erlebten, dass ihre Kinder zum Beispiel als Flakhelfer im Kriegseinsatz waren. Diese Familien sind, das ist nicht unverständlich, nach dem verlorerenen Krieg genau ins Gegenteil geschwenkt: unsere Kinder gehören uns. Und genau dieses Gefühl, dieser moralische Wertbegriff trägt uns heute noch, ist jedoch dem kapitalistischen System nicht zuträglich, weil Frauen als Arbeitskräfte ausfielen. Nun kam, welch Wunder, die Emanzipationsbewegung, in der Frauen nicht nur KKK (Kinder-Küche-Kirche) sahen, sondern ihre Selbstverwirklichung durch ihren Beruf hatten. Wo sollten da noch Kinder sein? Bei vielen Frauen entstand der innere Zwiespalt Kinder-Beruf. Und unsere Politik ist total ratlos, oder scheint ratlos.

Wir erleben daher die voraussichtliche Entwicklung, die die

Bevölkerungsentwicklung - Daten Statistisches Bundesamt 2016
Bevölkerungsentwicklung – Daten Statistisches Bundesamt 2016

Wir haben nicht das Problem Alterung der Gesellschaft, wir haben das Problem fehlende Kinderzeugung. Woher kommt diese Entwicklung?

  • blinde Emanzipation
  • blinder Eigennutz, ja massive Egozentrik
  • blinde Selbstbewusstseinslust
  • fehlende gesellschaftliche Verantwortung
  • fehlende Rahmenbegleitung bei gesellschaftlichen Veränderungen.

Wo ist zum Beispiel die Unternehmensverpflichtung, dass Unternehmen oder Unternehmenseinheiten mit (zum Beispiel) mehr als 200 Mitarbeitern Unternehmens- Kindergärten haben müssen. Und solche Unternehmen, die kleiner als 200 Mitarbeiter sind, haben sich lokal zur Förderung und Unterhaltung von einem Kindergarten zusammenzuschließen.

Was wir heute erleben: die wenigen Kinder sind eine gesamtgesellschaftliche Last! Sie müssten jedoch eine gesamtgesellschaftliche Pflicht werden, an der jeder, auch jede Unternehmenseinheit Anteil hat (und sich nicht nur argumentativ dahinter versteckt Steuern zu zahlen).

Und wenn wir nun in diesem Kontext das Thema “Alterssicherung” sehen, dann wird es total dunkel: das Rentensystem ist als Umverteilungssystem aufgebaut. Was in die linke Hosentasche durch Rentenversicherungszahlungen (Arbeitnehmer und Arbeitgeber) rein kommt, zahlt die rechte Tasche an die Rentenempfänger aus. Dieses Prinzip funktionierte zu einer Zeit, als wir hohe wirtschaftliche Wachstumsraten hatten. Dieses Prinzip funktioniert nicht in einem Wirtschaftssystem, in dem die Wachstumsraten die Größenordnung von normalen jährlichen Rationalisierungsprogrammen der Unternehmen haben. Die ehemalige Idee der SPD, Maschinensteuer, war doch verdammt gut: immer mehr Produkte werden von Robotern produziert und gleichzeitig Menschen in den Betrieben reduziert (Kündigung oder Nichtersetzen der Fluktuation). Beispiel (Deutsche Wirtschafts Nachrichten):

Adidas produziert künftig wieder in Deutschland – allerdings ohne Arbeitsplätze zu schaffen: In Ansbach baut das Unternehmen dazu eine Roboter-Fabrik für Schuhe, die weitgehend ohne menschliche Mitarbeiter auskommen soll.

oder

Innovative Automatisierungslösung – Verkettete Roboter produzieren Eingangswellen.

Diese Beispiele ließen sich ad infinitum fortführen. Ich selber hatte auch als Firmenleiter eine Teilautomatisierung mit Robotern praktiziert: sicher-kein Urlaub-keine Pausen-ständig optimale Qualität-schneller als Menschen. Ein solches System kommt mit wenigsten Mitarbeitern aus. Firmen reduzieren ihre Kosten.

Wie ist aber ein Sicherungsystem, wie ist ein Staat mit bürgerlichen Anforderungen aufrecht erhaltbar, das von immer weniger Beitragszahlern ein über Jahrzehnte sicheres Versorgungssystem gewährleisten muss, wenn einzelne Mitglieder der Gesellschaft ausscheren oder gar drohen Deutschland zu verlassen, wenn die Regierung nicht solche Schritte unternimmt, die ihnen als Unternehmen (geringen) Schaden verursachen könnte.

Unsere Politiker basteln anstelle systematisch und analytisch zu planen und ihre Planungen zu realisieren! Wären unsere Politiker in einem Unternehmen, es wäre schon längst pleite! Man könnte nach den vielen Jahren Politik- Überblick sagen: wir haben ein politisches System zum Erhalt des Kapitalismus – nicht mehr aber auch nicht weniger. Der Bürger ist ein Funktionsbaustein in diesem System – nicht mehr aber auch nicht weniger.

Schon zu Adenauers Zeiten haben die Macher des heutigen Renten- Umverteilungssystems erkannt, es hält bis vielleicht zum Jahre 2000. Warum wurde nicht schon ab 1970 daran gearbeitet?

Wie dramatisch unser Rentensystem sich entwickelt, das sagen uns Politiker nicht! Betrachten wir einmal die jährlichen Kosten der Bundesversicherungsanstalt: 158 Milliarden je Jahr werden aufgewandt. Zur Systemgerechtigkeit gehört, dass zumindest der Inflationsausgleich jährlich der Rente zugerechnet wird. Aber hier beginnt das nächste Problem: bisher haben Politiker immer die vom Statistischen Bundesamt ermittelten Preissteigerungsrate, das ist die Preisveränderung in einem von diesem Amt selber festgelegten und sich laufend verändernden Warenkorb, als Basis ihres politischen Handeln genommen. Man weiß jedoch

  1. schlimme Manipulationsmöglichkeiten bei einem Warenkorb, der sich laufend verändert
  2. der Rentner- Warenkorb enthält mit Sicherheit nicht alle die Güter, die im allgemeinen Warenkorb des Statistischen Bundesamtes zu finden sind – beispielsweise brauchen Rentner kaum Technik (Computer, Fahrräder und ähnliche technische Ausrüstungsgegenstände).

Es ist zu empfehlen, dass bei Rentnern mit einer Preissteigerungsrate von 5 Prozent anstelle der allgemeinen politisch befohlenen 2 Prozent zu rechnen ist. Was ergibt sich dadurch für die Bundesversicherungsanstalt? Schauen Sie diese dramatische Grafik an:

Eigene Berechnung: Aufwändungen für das Rentensystem bei Inflationsausgleich
#13 Eigene Berechnung: Aufwändungen für das Rentensystem bei Inflationsausgleich

Sehen Sie? In Worten: nach 50 Jahren, also im Jahre 2065, muss die Bundesversicherungsanstalt jährlich rund 1,7 Billionen Euro auszahlen! Sie werden nun sagen: ‘na und, das gesamte Geldgefüge geht doch mit diesem Betrag nach oben, so dass die Relation Preise – Einkommen erhalten bleibt, mit anderen Worten: wir müssen uns eigentlich nur an größere Zahlen gewöhnen‘.

Dieses Argument muss hinterfragt werden und wird in folgenden Spezialkapiteln untersucht werden.

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