1.3.2.7 Alterssicherung und Staat

Staatsverschuldung wird bezüglich der Bewertung der Größenordnung der Verschuldung in Beziehung zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) gesehen; eine bis 60 prozentige Verschuldung wird als problemlos für das Rating eines Staates gesehen; Verschuldungen jenseits von 100 Prozent werden insbesondere dann als kritisch gesehen, wenn keine ausreichend starke Wirtschaft dahinter steht. Es hat in der Historie etliche Staatszusammenbrüche gegeben, weil Staaten eine so hohe Verschuldung aufwiesen, dass sie ihre Schulden nicht haben zurückzahlen können. Warum hat die Staatsverschuldung etwas mit der Alterssicherung zu tun? Versicherungen sind gesetzlich gezwungen, einen bestimmten Anteil als sehr sicher geltenden Wertpapiere im Sicherungbestand zu halten; Staats- Schuldenpapiere, gleich welchem Rating des Staates, gelten als sicher. So müssen Versicherungen zum Zeitpunkt, in dem dieses Buch geschrieben wird, sogar Staats- Schuldenpapiere kaufen, wenn sie für den Kauf keine Zinsen bekommen sondern sogar Geld dafür bezahlen, dass sie diese Staats- Schuldenpapiere kaufen. Versicherungen können damit so hohe Verluste machen, dass sie garantierte Zinsen (zum Ausgleich der Teuerung) nicht zahlen können. Dass ein solches Verfahren der Alterssicherung unzuträglich ist, muss nicht erwähnt werden;

Politische Kontinuität und Verlässlichkeit ist unabdingbar, wenn man einen Alterssicherung- Zeitraum von 30 bis 50 Jahren betrachtet. Wenn die deutsche Bundeskanzlerin sagt, dass die heutige Demokratie nicht auf ewig garantiert sei und man berücksichtigt, dass je nach politischem System mit dem Vermögen sehr restriktiv umgegangen wird, dann kann man sehr wohl nur wünschen, dass politische Kontinuität und Verlässlichkeit die Alterssicherung schützt;

Sozialsystem, Armutspflaster des Kapitalismus – wenn alle Stricke reißen, wenn das Lebensschicksal oder auch die individuelle Lebensweise kein ausreichendes Überleben möglich macht, dann wirkt (bisher) das Sozialsystem Deutschlands. Dieses wirkt tatsächlich von der Jugend bis zum Tode. Kritisch wird es jedoch, wenn sich eine Gesellschaft in einem Wirtschaftsumbruch befindet, von Handarbeit zur Kopfarbeit und dabei vielleicht Millionen Mitbürger bei zu schnellem Wandel „durch den Rost der Lebenswirklichkeit“ fallen und auf Leistungen des Sozialsystems zurückgreifen müssen; an Alterssicherung ist dabei überhaupt nicht zu denken;

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

einloggen/anmelden *