1.3.2.9 Alterssicherung und Inflation/Teuerung – Kaufkraft

Inflation und Teuerungs(rate)

Begriffsunterscheidungen – es gibt etliche Wissenschaftler, die Inflation und Teuerungs(rate) streng voneinander getrennt wissen wollen. In der Öffentlichkeit wird oft Inflation und Teuerung gleichgesetzt. Im Rahmen der Alterssicherung spielt Teuerung eine überaus dominante Rolle und wird medial sehr gern nicht behandelt, weil das Sparen, wie hier in diesem Buch gezeigt wird, total unsinnig wird, wenn es für die reale (!) Teuerung keinen entsprechenden Zinsausgleich gibt. Keine Statistik ist mehr kritisiert und in Zweifel gezogen als die Teuerungsraten; in späteren detaillierteren Abschnitten werden wir sehen, was bei der Nullinflation wirklich herauskommt!

Politik, Teuerung und Illusionsmaschine – machen wir uns nichts vor: die Politik lebt von Illusionserzeugung, von Lebensvisionen, die uns die jeweilige Politik näher bringen. Keine Partei in Deutschland hat jemals die verfolgte Philosophie veröffentlicht, weil sofort bei Veränderung der Gewichte Gegner, denen etwas droht weggenommen zu werden, auf den Plan gerufen werden. Es ist bittere Tatsache: allein Bürger haben keine Lobby. Und diese Nichtlobby kann auch nicht die Teuerung im Alter, die uns die Altersarmut und Verzweiflung bringt, beklagen. Statt dessen wird machtvoll die Illusionsmaschine bemüht und im schlimmsten Falle jegliche Denunzierung über jene vollzogen, die diese wunderschöne Illusionsmaschine zerstören wollen.

Zur pseudowissenschaftlichen Illusionserzeugung gehört, dass die Regierenden auch die Basis der Illusionsmaschine herstellen: das Statistische Bundesamt. Fast nirgends wird mit derart pseudowissenschaftlichen Argumenten die Realität verkehrt; man spricht von “Harmonisierten Verbraucherpreise”, “Turnusmäßige Überarbeitung des Verbraucherpreisindex”, … . Der schlimmste Begriff, der jemals gefunden wurde, der auch über dem Fernsehsender RTL weite Verbreitung fand, war “gefühlte Inflation”.

“Gefühlte Inflation”

Es schreibt das Statistische Bundesamt: “Die Inflationsrate bezieht sich auf alle Konsumausgaben. Sie ist ein Mittelwert, in den die Preisentwicklung für alle Ausgaben der privaten Haushalte entsprechend ihres jeweiligen Anteils am gesamten Haushaltsbudget eines durchschnittlichen Haushalts in Deutschland eingehen. Starke Preissteigerungen werden durch moderate Steigerungen oder zum Teil auch Preissenkungen ausgeglichen.
Untersuchungen haben gezeigt, dass für unser „Preisgefühl“ vor allem häufig gekaufte Waren und Dienstleistungen wichtig sind. Preissteigerungen bei diesen Gütern sind den Konsumenten stärker präsent als Preisänderungen bei selteneren Anschaffungen. In den letzten Jahren sind die Preise für häufig gekaufte Güter wie Nahrungsmittel und Kraftstoffe überdurchschnittlich stark angestiegen. Dadurch kann die subjektiv wahrgenommene Inflation höher erscheinen als die vom Statistischen Bundesamt berechnete Teuerungsrate. Es zeigt sich auch, dass der Preisanstieg bei den Verbrauchsgütern, zu denen neben Strom oder Gas eben auch die Nahrungsmittel und Kraftstoffe gehören, seit Einführung des Euro-Bargelds mit 35 % deutlich höher liegt als in den fast zehn Jahren davor mit 17 %.
Aber selbst wenn die durchschnittliche Inflationsrate in der Euro-Bargeldzeit mit 1,6 % relativ niedrig liegt – auch kleine Teuerungsraten hinterlassen merkliche Spuren im Konsumbudget. Denn für die wirtschaftliche Situation der privaten Haushalte spielen nicht nur die häufiger gekauften Verbrauchsgüter, sondern alle privaten Konsumausgaben eine wichtige Rolle.”

Wortreich wird also erklärt, das unser Gefühl über die Beobachtung unseres leeren Geldbeutels siegt. Es wird von “Untersuchungen haben gezeigt, dass für unser Preisgefühl” gesprochen, während für fast jeden Mitbürger nicht das Preisgefühl eines Produktes entscheidend ist zu sagen, wir haben eine hohe Teuerung, sondern – und das ist wirklich der Maßstab – wir haben ein bestimmtes Kaufverhalten für unsere täglichen Bedarfe und spätestens an dem, was am Monatsende im Geldbeutel noch übrig ist, entsteht das Teuerungsgefühl:

Big Mac Index – vs StatBuAmt, eigene Darstellung der veröffentlichten Daten

Zur erforderlichen Erklärung: was ist der “Big Mac Index”? “Der Big Mac ist ein einfacher Indikator [Hinweis: aus den Preisen des Big Mac, eines Cheeseburgers von McDonald’s] für die Kaufkraft einer Währung, da es ihn fast überall auf der Welt in standardisierter Größe, Zusammensetzung und Qualität gibt und deshalb davon ausgegangen wird, dass ein gleiches Gut überall denselben Wert hat”, schreibt Wikipedia. Man kann den Big Mac Preis für einen Währungsvergleich nutzen, man kann aber auch den Big Mac Preis der einzelnen Jahre für die Ermittlung der Preissteigerungsraten nutzen. Da dieses Produkt in standardisierter Größe, Zusammensetzung und Qualität hergestellt wird, gehen alle von diesem herstellenden Unternehmen unbeeinflussbaren Kosten ist den Preis ein. Es gibt etliche wissenschaftliche Untersuchungen, die belegen, dass der Big Mac Index die Preissteigerungsraten besser abbildet.

Mittelt man nun die Daten des Big Mac Index mit denen des statistischen Bundesamtes, so ergibt sich folgendes Bild:

Big Mac Index und StatBuAmt Daten gemittelt

Wichtig ist für die Jahre 1992 bis 2017: für die Daten des Big Mac Index ergibt sich eine Preissteigerung von 2,30 % je Jahr, für die Daten des Statistischen Bundesamtes ergibt sich eine Preissteigerung von 1,75 % je Jahr. Als gemittelter Wert der Preissteigerungsrate ergibt sich 1,98 % je Jahr – fast identisch mit der politischen Zielgröße von 2,00 % je Jahr.

Nun kann man sagen, 0,56 % Differenz spielt doch keine große Rolle. Nehmen wir einmal an, eine Familie hat 2.000 Euro im Monat zur Verfügung. Am Monatsende würde bei 0,56 % Differenz dieser Familie ein Zehner fehlen. Herr Ackermann würde sagen “Peanuts”, manche würden sich fragen, wo sollen wir den Zehner (den Hunderter im Jahr) einsparen?

“In den zehn Jahren vor der Euro-Bargeldeinführung sind die Verbraucherpreise mit jährlich durchschnittlich + 2,2 % gegenüber dem Vorjahr stärker angestiegen als in den fast zehn Jahren danach. Allerdings waren Anfang der 1990er Jahre im Zuge der deutschen Wiedervereinigung besonders starke Preisanstiege zu beobachten”, schreibt das Statistische Bundesamt. Nimmt man also die 2,2 % Preissteigerungsrate und vergleicht diese mit der Rate nach der deutschen Wiedervereinigung von 1,98 %, dann ist die Aussage des Statistischen Bundesamtes durchaus richtig, dass im Zuge der deutschen Wiedervereinigung besonders starke Preisanstiege zu beobachten waren.

Warum diese langen Ausführungen? Weil die 1,98 % mittlere Preissteigerung ENTSCHEIDEND für Rentner sind. Bürger sparen oft ihr ganzes Leben und wollen am Ende der Berufszeit das Ersparte dafür verwenden, das, was sie durch Einkommensverluste bei Renteneintritt nicht mehr im Geldbeutel haben, über das Ersparte auszugleichen. Oft jedoch vergessen Bürger und Rentner die 1,98 % mittlere Preissteigerung. Jährlich wird das Leben 1,98 % – nicht eine gefühlte Preissteigerung, sondern eine reale Preissteigerung. Anders gesagt: Jährlich wird das Ersparte 1,98 % weniger Wert!

Wertverluste des Ersparten durch 1,98% Preissteigerung je Jahr, eigene Darstellung

Nehmen wir also an, jemand habe bis zum Jahre 2016 60.000 Euro als Ausgleich zum Einkommens- Fehlbetrag gespart. Bis zum Jahre 2045 (eine willkürlich gewählte Zahl) ergibt sich, dass diese 60.000 nur noch 34.246,56 Euro wert sind. Das ist eine reichlich theoretische Betrachtung – die Wirklichkeit sieht doch so aus, dass in der Rentenzeit eine bestimmte Summe (hier sind die Bürger sicherlich auch findisch, die Ausgaben zu reduzieren) fehlt, sagen wir einmal 920 Euro je Monat ist der sogenannte Deckungsfehlbetrag. Wie sieht diese Ersparnisbedingung aus (die 920 Euro je Monat erhöhen sich jeweils um 1,98 %; woher diese 920 Euro – 2.000 Euro nimmt diese Familie je Monat ein; nach Willen der Regierenden soll man 47% von Einkommen als Rente haben):

Erspartes reduziert sich durch Einkommens- Fehldeckung
unter Berücksichtigung der Preissteigerungsrate 1,98 % und monatliche Entnahme um 920 Euro bei 0 % Zinsen

Beispiel: Diese Familie hat 60.000 Euro für ihr Alter gespart, im Jahre 2045 bleibt gerade einmal Geld für eine Beerdigung übrig. Eine Simulation machte es deutlich: wer monatlich 1606,00 Euro zusätzlich zur Rente ausgeben muss, der hat im Jahre 2045 NULL übrig. Sagen Sie nicht, dass diese 1606,00 Euro Fehldeckung unsinnig ist anzunehmen! Stellen Sie sich vor, Sie haben die “normale” Fehldeckung von 920 Euro je Monat und Sie werden ein Pflegefall für eine Pflegeeinrichtung (ich wünsche es niemandem angesichts erschreckender Berichte), dann können Sie mit der Differenz 1606 – 920 = 686 Euro je Monat NICHTS machen! Die Pflege muss die Familie, der Ehepartner, übernehmen.

1,98 % – eine feste Größe für Jahrzehnte?

Schauen wir uns doch einmal an, was die Wirtschafts- und Finanzpolitik derzeit betreibt: eine Reparaturmaßnahme nach der anderen, damit nicht alles aus dem Ruder läuft:

  • eine ausreichende Wirtschaftsentwicklung sichert Arbeitsplätze, sichere Arbeitsplätze sichern Sparmöglichkeiten, sichere Sparmöglichkeiten sichern private Nachfrage, gesicherte private Nachfrage ergibt ausreichende Wirtschaftsentwicklung – und dieser Kreislauf ist in höchster Gefahr!
  • eine ausreichende Wirtschaftsentwicklung sichert Staatseinkommen, gesichertes Staatseinkommen sichert Restriktion der Verschuldung, gesicherte Restriktion der Verschuldung sichert Währungsstabilität, gesicherte Währungsstabilität sichert Preisstabilität – und dieser Kreislauf ist in höchster Gefahr!

Sagen, vertrauen Sie nicht, dass unsere Politiker alles schon richten werden (dafür sind sie eigentlich ja da):

Von Jashuah – Own work by uploader, data from Statistisches Jahrbuch des Deutschen Reichs

Ob Goldpreis oder Seifenpreis – das ist egal! Im Extremfalle, Deutschland hat es in der jüngsten Geschichte zweimal erlebt, explodieren die Preise:

Teuerung bei Hyperinflation Deutschland – Quelle: http://www.digizeitschriften.de/dms/toc/?PPN=PPN514401303

Innerhalb nur weniger Monate ergab sich nach den Daten des Statistischen Jahrbuches für das Deutsche Reich eine Inflation von 13.166 % (dreizehntausend Prozent). Das wird durch kaum eine Geldsicherungsmaßnahme auffangbar sein. Die Seite “Inflation in Deutschland von 1914 bis 1923″ schreibt: “Durch die Inflation kam es in Deutschland zu einer bis dato nicht vorstellbaren Umverteilung von Vermögenswerten. Tugenden wie Arbeit, Sparsamkeit und Ehrlichkeit führten in die Verarmung und degradierten die Lohn-, Gehalts- und Rentenempfänger zu Bittstellern herab, die zur Ernährung ihrer Familien Armenküchen aufsuchen mussten. Im Gegensatz dazu konnte eine geringe Anzahl an Großunternehmern, Devisenspekulanten und Warenschieber schnell zu Reichtum gelangen. Dieser wurde offen zur Schau gestellt und in Luxusprodukte investiert. Diese Neureichen kauften alles auf, derer sie habhaft werden konnten. So wechselten Edelmetalle, Schmuck, Gemälde, Porzellan, Gebrauchsgegenstände, Wohnungseinrichtungen, Grundstücke, Häuser, Fabriken den Eigentümer und vergrößerten zunehmend die soziale Ungleichheit.”

Was lernen wir daraus, dass vielen “normalen” Mitbürgern in der Inflation das Sparvermögen wie Schnee in der Sommersonne zerfließt? Das Sparen in Geld ist die schlechteste Art langfristig vorzusorgen. Wenn es heißt die “Neureichen kauften alles auf, derer sie habhaft werden konnten”, dann heißt das, die (Neu)reichen haben das, was wie Schnee in der Sommersonne zerfließt gegen das, was nicht zerfließt, getauscht: Edelmetalle, Schmuck, Gemälde, Porzellan, Gebrauchsgegenstände, Wohnungseinrichtungen, Grundstücke, Häuser, Fabriken sind harte Gegenstände, die sogar in der Inflation an Wert steigen, allerdings kaum überproportional zu den Preisen. Man macht damit keine Gewinne, man macht damit nur keine Verluste!

1,98 % Teuerungsrate ist somit überhaupt keine Zukunftsgarantie – leider. Und der ratlose Leser fragt sich nun: ‘nenne mir doch mal eine Größenordnung, auf die ich mich einstellen kann’. Wer an dieser Stelle eine Zahl nennt, den heiße ich unseriös! Was man aber aus der Hyperinflation lernen kann:

  1. Schaffen Sie ein Vorratslager an Lebensmitteln und Alkohol an – zumindest 3 Monate
  2. Beobachten Sie die Preisentwicklung, die Ihnen aus IHREM Haushalt bekannt ist; stellen Sie eine Preiszunahme von mehr als 3 % in einem Monat fest, dann kaufen Sie zusätzlich 6 Monate hinzu (Nudeln, Reis … Dosen- Lebensmittel). Beträgt die Preiszunahme mehr als 10 % in einem Monat, kaufen Sie zusätzlich 12 Monate hinzu (Nudeln, Reis … Dosen- Lebensmittel) – egal, wohin Sie das stapeln.
  3. Barvermögen bei einer allgemeinen Preiszunahme mehr als 10 % in einem Monat,  müssen um eine andere Vermögensart umgetauscht werden – siehe unten – (sinnvoll: minimale 3 Monatsausgaben im Bestand halten).

Was lernen wir aus den Währungsreformen?

Wenn der Staat, aus welchem Grunde immer, in wirtschaftliche Schwierigekeiten gerät, dann besteht für das Vermögen für Zukunftssicherung höchste Gefahr! Aus welchem Grunde immer heißt:

  • Ursache Kriegskosten
  • Ursache Zusammenbruch der Wirtschaft
  • Ursache politische Instabilität
  • Ursache Verweigerung der privaten Nachfrage
  • Ursache Zinszahlungen nicht mehr entrichtbar
  • Ursache Terrorismus

Es gibt keine Ursache, die entfernt genug liegen kann, so dass eine Währungsreform, wahrscheinlich samstags oder feiertags ausgerufen, angeordnet wird. Beispielsweise keimt seit ein paar Jahren immer mächtiger auf, dass Russland und China (PRC) einen Block gegen die USA bilden. Dazu wird ein Gegenpol BRICS gebildet, dazu wird immer mehr Gold von den Zentralbanken zugekauft, dazu werden internationale Handelsabkommen nicht mehr in der Devise Dollar abgeschlossen, dazu wurde ein neuer Gold- Handelsstandort gegründet, dazu werden in Milliardengröße US- Staatsanleihen abgestoßen. Mir fällt dazu nur eine Gegenmaßnahme ein: Goldbesitzverbot in allen westlichen Staaten – in Verbindung mit massiven Leerverkäufen in NY. Diese Komplexität macht insgesamt das Vorsorgesparen sehr schwierig – und wer behauptet, eine Formel zu haben, dem würde ich nicht vertrauen!

Also muss die Formel für Vorsorgesparen heißen: langfristige Vorsorgebeträge sind in Werterhaltendem anzulegen.

Keine Formel ohne Ausnahmen: Die Welt schreibt “Wer glaubt, mit einer Immobilie sein Vermögen auf der sicheren Seite zu haben, der irrt. Der Staat hat viel Erfahrung darin, Hausbesitzer zu schröpfen … Zusätzlich gab es von 1924 bis 1942 auf Länderebene eine „Hauszinssteuer“, um Vermögensgewinne durch Währungsreform und Hyperinflation abzuschöpfen. Sie galt für alle Immobilienkäufe vor Juli 1918 … Auch die Währungsreform im Juni 1948 führte schließlich zum Erfolg. Die alte Reichsmark konnte im Verhältnis 10:1 in die D-Mark umgetauscht werden … Jeder, der also versuchte, durch Immobilieneigentum sich aus dem absehbaren Finanzkollaps des Zweiten Weltkrieges zu entziehen, wurde ab 1948 die wahre Rechnung präsentiert – er musste einen 90-prozentigen Wertverlust hinnehmen und damit Westdeutschland finanzieren.”

Keine Formel ohne Ausnahmen: Wer meint, mit Gold einen sicheren Hafen gefunden zu haben, der täuscht sich: “Ein Goldverbot bedeutet ein privates Handels- und Besitzverbot für das Edelmetall Gold. Hierbei legt eine Regierung gesetzlich fest, dass privater Goldbesitz an staatlichen Annahmestellen abgegeben und gegen Landeswährung eingetauscht werden muss.” Goldverbot – ist das realistisch?
Erstens: wer hunderttausende Immobilienbesitzer schröpft, der wird auch 5000 Goldbesitzer schröpfen!
Zweitens: Verbote und Beschränkungen des privaten Gold- und Silberbesitzes gab es in der Geschichte in allen Gesellschaftssystemen, angefangen von der klassischen Antike über die mittelalterlich-feudale Gesellschaft bis zu den sozialistischen Staaten und Entwicklungsländern der Neuzeit. Es gab sie nicht nur in totalitären Diktaturen, sondern auch in demokratischen Ländern. Goldverbote sind zeit- und systemunabhängig.

Es wird oft von Goldfanatikern negiert, dass der Zugriff des Staates auf das Vermögen Einzelner eine Rettung ist, das System zu erhalten: “Auf dem Höhepunkt der deutschen Inflation von 1914 bis 1923 erließ die Reichsregierung eine ganze Reihe von Gesetzen und Verordnungen, die in erster Linie eine Unterbindung der Spekulation mit Valuten und eine (zwangsweise) Erfassung sowie Einziehung von Edelmetallen und Devisen im Inland sowie von Vermögenswerten im Ausland zum Ziel hatte … Am 6. März 1933 verbot Präsident Franklin D. Roosevelt den Banken während der angeordneten Bankfeiertage die Auszahlung von Gold und den Handel mit Devisen. Am 5. April 1933 unterzeichnete der Präsident die Executive Order 6102, wonach der private Goldbesitz ab dem 1. Mai 1933 in den USA verboten wurde … Um den Goldabfluss aus den USA zu stoppen, dehnte Präsident Dwight D. Eisenhower am 14. Januar 1961 mit der Executive Order 10905 das bisher auf das Inland beschränkt gewesene Verbot des privaten Goldbesitzes auf die von US-Bürgern im Ausland unterhaltenen Goldbestände aus“. “In den USA war der Goldbesitz für Privatpersonen von 1933 bis 1970 verboten. Von der Fed gab es damals ein Zwangsumtauschangebot. Wer dieses nicht annahm, der musste damit rechnen, dass er beobachtet und streng bestraft wurde, wenn er Gold im privaten Besitz hielt.

Mit anderen Worten

  1. für Vorsorge ist langfristig nichts so unsicher wie Währungsdevisen
  2. für andere Arten der Vermögensrücklage erfindet der Staat immer neue Zwangsmaßnahmen, um diese Vermögensrücklage einzuziehen
  3. für Vorsorge ist langfristig Gold in Form von Barren oder Münzen zu bedenken, dass Gold schon sehr oft vom Staat konfisziert wurde
  4. eine Anlageform, die maximale Vermögenskonzetration je m³ beinhaltet, ist besonders sinnvoll, weil es durchaus vorkommen kann, dass dieses Vermögen von dem Vermögensbesitzer vergessen werden kann, insbesondere dann, wenn über den Kauf des Vorsorgevermögens kein Dokument existiert.
  5. Bill Holter, ehemaliger Anlageberater, stellt seine Meinung in einem Interview dar, die ich voll teile und die bereits an einigen Stellen dieser Veröffentlichung aufgezeigt wurde: “Jim und ich raten den Leuten zu “GOTS” (get out of the system – steigen Sie aus dem System aus). Das heißt – werden sie ihr eigener Banker/Verwalter. Halten sie so wenig Geld wie möglich im Bankensystem. Bewahren sie Vermögen in Gold und Silber außerhalb der Banken, entweder im persönlichen Bestand oder in Nicht-Banken-Verwahrung. Wenn sie Aktien haben, dann verlangen sie lieber Zertifikate, anstatt sich darauf zu verlassen, dass der Broker nicht pleitegeht.”
    Ich ergänze es: vertrauen Sie niemals einem Bankangestellten! Er will nur Ihr Bestes, nämlich Ihr Bargeld.

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