2.3.1 Für wieviele Lebensjahre sollten wir rechnen

Es seien deutliche Warnungen vor diesem Kapitel ausgesprochen:

  1. Wer sensibel ist, wer Ängste hat oder schnell bekommt, der sollte dieses Kapitel nicht lesen.
  2. Folgende Ausführungen sind nicht medizinisch zu verstehen und es wird keine Gewähr für die folgenden Berechnungen gegeben.
  3. Indirekt heißt die Überschrift: wann sterben wir. Niemand kann das zuverlässig sagen. Sterbetafeln oder -statistiken können individuelle Vorhersagen nicht widerspiegeln.
  4. Die Frage nach dem eigenen Sterbealter ist mehr als kritisch und vielleicht sogar psychisch belastend. Wir tendieren dazu, uns emotional darum herumzudrücken; wer sagt zum Beispiel emotionslos, jetzt bin ich 60 Jahre alt; ich habe also noch 32 Jahre. Daher nochmals: Wer sensibel ist, wer Ängste hat oder schnell bekommt, der sollte dieses Kapitel nicht lesen.

Wie könnte man vorgehen, um seine Lebenszeit abzuschätzen?

In einer aktuellen Studie untersuchte das Marktforschungsinstitut Forsa, von welcher Lebenserwartung die Bürger hierzulande ausgehen. Die Mehrheit der Befragten gaben Werte an, die deutlich unter dem statistischen Lebensalter, das Männer und Frauen der aktuellen Generation im Durchschnitt in Deutschland tatsächlich erreichen werden, lagen”, schreibt VERMA Bert Lux Versicherungsmakler GmbH. Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) geht bei Männern von einem statistischen Lebensalter von 84,7 Jahren, bei Frauen von einem statistischen Lebensalter von 88,7 Jahren aus.

Das Deutsche Institut für Altersvorsorge hat eine Methode entwickelt, um die Lebenserwartung zu schätzen. Dafür werden Geschlecht, Alter und 6 „Lifestyle-Faktoren“ ausgewertet. Als Ergebnis kommt beispielsweise folgendes Schaubild heraus:

Abschätzung des Rest- Lebensalters

Es gibt auch einen Lebenserwartungsrechner (Link), mit dem man durch ein paar Eingaben eine Abschätzung vornehmen lassen kann. Testperson: Während bei gleichen Eingaben das Deutsche Institut für Altersvorsorge eine Restlebensdauer von 7,1 Jahren angab, ermittelte abfragen.de eine Restlebensdauer von 3 Jahren.

Der Autor rechnet anders:

Ob solche Lebenserwartungszahlen, die sehr individuell sind und mit Sicherheit mehr als nur 6 Lifestyle-Faktoren umfassen, richtig und sinnvoll sind, das einzuschätzen ist einem jeden überlassen; immerhin haben seriösen Einschätzungen durch derartige Systeme ihre Basis in statistischen Sterberaten. Sie könnten auch individuell vorgehen (Testperson):

  • Nehmen Sie von Ihren Eltern die Person, die Ihrem Lebenswandel (Rauchen und Alkoholkonsum sind wichtig) am ehesten entspricht, beispielsweise die Mutter
  • Betrachten Sie die Großeltern der gewählten elterlichen Person und wählen Sie die Person aus, die Ihrem Lebenswandel (Rauchen und Alkohol sind wichtig) am ehesten entspricht, beispielsweise die Großmutter

Nun fragen Sie sich nach den Sterbedaten:

  • beispielsweise Tod der Großmutter mit 95,
  • beispielsweise Tod der Mutter mit 94.

Zunächst können Sie ja den Durchschnittswert von Mutter und Großmutter feststellen: 94,5 Lebensjahre. Nun kommt der Einfluss Mann/Frau hinzu. Wir wissen ja aus den Versicherungsdaten, dass die durchschnittliche Lebensdauer einer Frau ca. 4 Jahre mehr als die des Mannes ist.

Sind Sie, der Sie eine Lebenserwartung ermitteln wollen, eine Frau (Mutter und Großmutter sind Frauen), dann können Sie den Mittelwert der Lebensdauern als Ihr Erwartungsjahr nehmen.

Sind Sie, der Sie eine Lebenserwartung ermitteln wollen, ein Mann (Mutter und Großmutter sind Frauen), dann können Sie von dem Mittelwert der Lebensdauern 4 Jahre abziehen, um Ihr Erwartungsjahr haben. Sind die Vergleichseltern Männer, dann können Sie deren Durchschnittswert ohne Änderung übernehmen.

Hier die Testperson: 94,5 Jahre – 4 Jahre = 91,5 Jahre.

Die Person, die heute 60 Jahre als ist, wird also noch 31,5 Jahre leben dürfen. Bei Eintritt in die Rente mit 67 Lebensjahren sind also 24,5 Jahre Fehldeckung bei dieser Person zu planen und zu leisten.

Anmerkung: Das Deutsche Institut für Altersvorsorge hat herausgegeben, dass die Lebenserwartung zwischen 76,8 und 81,2 Jahren liegt. Wenn die familiären Erfahrungen auf 91,5 Jahre hinauslaufen, dann besteht zwischen den statistischen Daten des Deutschen Institutes für Altersvorsorge und den familiären Erfahrungen ein gewaltiger Unterschied.

Da in diesem Hauptkapitel eine Musterrechnung schrittweise und nachvollziehbar durchgeführt werden soll, geht man also von einer Lebenserwartung von 91,5 Jahre und einer Rentendauer von 91,5-67=24,5 Jahren aus.

Folgeartikel “2.3.3 Welche Preissteigerung für unsere gesamten Ausgaben” (Link)

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